Deutschbaltische Kulturtage in Lüneburg
vom 23. - 25.09.2016

Der Aufbau der deutschbaltischen Museumsabteilung, die Entwicklung der Deutschbaltischen Studienstiftung zum Deutsch-Baltischen Jugendwerk und die Instandhaltung und Nutzung des Brömsehauses sind die drei großen Aufgaben des aus Carl-Schirren-Gesellschaft und Deutschbaltischer Kulturstiftung bestehenden Deutsch-Baltischen Kulturwerks.

Auftakt der Kulturtage ist der Vortrag von Dr. Eike Eckert, wissenschaftlicher Mitarbeiter in "unserem" Museum und zuständig für dessen zukünftige Deutschbaltische Abteilung im Ostpreußischen Landesmuseum.
Anschaulich schildert er den spannenden Weg, auf dem das Ziel stets klar ist, trotz finanzieller Hürden und knappen Budgets einen auch für die jungen Menschen interessanten Ort zu schaffen. Schwerpunktthemen für das Museum werden Hanse, Kirche und Religion, Esten und Letten, städtisches Leben und Kunst sein.

Bei der Mitgliederversammlung kann Professor Michael Garleff viel Neues berichten. Durch eine Erbschaft sei es möglich geworden, zwei Teilzeitstellen einzurichten. Weitere Themen sind die weitestgehend erfolgreich beendeten Renovierungsarbeiten im Brömsehaus und das von denVorstandsmitgliedern Editha Kroß und Thomas v. Lüpke entwickelte neue Nutzungskonzept. Dr. Pabst stellt ein erweitertes Online-Angebot vor. Renate Adolphi berichtet für das Archiv, dass die Anfragen bekannter Wissenschaftler im letzten Jahr stark angestiegen seien. CSG, Kulturstiftung und Studienstiftung, so Thomas v. Lüpke in seinem Finanzbericht, leisteten sehr gute Arbeit. Kulturwerk und Jugendwerk seien zwei Seiten einer Medaille.
Allseits wird begrüßt, dass Prof. Dr. Garleff, der nach 10 Jahren das Amt des Vorsitzenden der Carl-Schirren-Gesellschaft abgibt, erneut für den Vorstand kanidiert.
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Dr. Christian v. Boetticher betont in seinem Dank an Garleff dessen unermüdliche Arbeit als Vorsitzender von CSG und DKS. Garleff habe immer die zukunftsorientierte Arbeit im Blick gehabt. Wir bewahren unsere Häuser, so Boetticher, archivieren unsere Bücher, doch nie für uns, sondern stets für die nächste Generation. Grenzüberschreitende Jugendarbeit sei gerade heute besonders wichtig, wo Europa immer wieder in Frage gestellt werde.

Die Zeichnungen von Gerhard Kieseritzky, die Dr. Alexander v. Knorre für die Ausstellung zusammenstellte, beeindrucken durch die Genauigkeit im Detail und das empathische Wahrnehmen von Situationen.

Wieder ein Highlight ist die Stunde der Jungen Generation, die seit Jahren den Teilnehmern des Jugendkongresses die Gelegenheit bietet, die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. In fünf Arbeitsgruppen zeigen die fast 50 Teilnehmer aus Deutschland, Estland, Lettland, Litauen und Russland in interessanten und auch humorvollen Darbietungen die verschiedenen Aspekte von Auslandserfahrungen auf.

Beim Festakt am Sonntagvormittag weist Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf das gemeinsame Traditionsbewusstsein und seine Freude über die Kantsammlung hin. Dacia Zotova aus Königsberg/ Kaliningrad und Ricardo Bergmann aus Berlin betonen als Vertreter des Jugendkongresses, wie sehr sie die Zeit mit Menschen aus fünf Nationen genossen haben und wie viele neue Erkenntnisse sie mitnehmen. Boetticher betont für die Deutsch-Baltische Gesellschaft, wie positiv sich die Zusammenarbeit der beiden Kulturstadtorte Darmstadt und Lüneburg entwickelt hat. Im Festvortrag erklärt Alexander v. zur Mühlen, Schatzmeister der Deutsche Bank Gruppe mit rund 100.000 Mitarbeitern, dass die negative Darstellung der Banken in den Medien noch nicht überwunden ist. Anders als vor zehn Jahren werde das Handeln der Banken heute stärker von deren Außenwahrnehmung beeinflusst. Zahlreiche Auflagen seien erfüllt, um eine Krise wie 2009 zu vermeiden.

In der Andacht am Nachmittag macht Pastor i.R. Peter Barth die Zuhörenden nachdenklich mit den Worten „Herr, wir bitten und bitten. Dabei gibt es so viel, wofür wir danken können.“ Und die vielen schönen Erlebnisse und Begegnungen bei diesen Kulturtagen sind wieder ein guter Grund zu danken.

Cornelia Lyra

Die Deutsch-Baltischen Gesellschaften